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Das Narrenblatt

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(@chamsy)
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Themenstarter
 

*eine Dame mit lavendelfarbenen Haaren, einem hübschen Kleid und einer schwarzen, leicht durchsichtigen Augenbinde auf den Augen, schritt ans schwarze Brett Elandars und die der großen Städte dieser Lande. Dabei schlug sie auf ein jenes einen etwas längeren Beitrag an. Die Schrift war fein säuberlich und hat einen leichten Schwung. Groß über dem Text befand sich der Titel der Zeitschrift: „Das Narrenblatt“*

 

Wertes Volk Aegorins, welches meine Schriften nun lesen mag. Ein neues Blatt steigt empor, da nun jeder Narr sich zum Autoren und Schriftsteller ernennen darf. Selbst diejenigen, welche wohl keine Scheu davor haben, wahrhaftige Propaganda als schmieriges Gegenstück zu all der „Negativität“ der anderen Zeitschriften dieser Lande zu veröffentlichen.

 

Doch verzagt nicht, denn das Narrenblatt möchte dem Einhalt gebieten! Zwar haben wir keine Aussagen eines eingebildeten Schönlings, der wohl große Schwierigkeiten damit haben muss, nicht auf seiner eigenen Schleimspur auszurutschen – dafür haben wir aber Fakten!

 

Und fangen wir mit dem ersten Fakt doch direkt an. „Der Lichtblick“ und „der Grünfederkurier“ … oder vielleicht eher der „Blick auf ein falsches Bild eines Reiches“ und „der Grünschnabel-Propaganda-Kurier“. Beide Blätter machen doch glatt den Anschein, das schlechte Bild zweier bestimmter Orte aufzupolieren.

 

Zum einen Mal das Reich Symar, welches sich seit seiner Gründung nicht sonderlich mit Ruhm bekleckern konnte. Wir alle haben doch mittlerweile von dem Gerichtsverfahren der Dämonin Yuudai Atiya Nes etwas mitbekommen, nicht? Ein Prozess, der Gerechtigkeit bringen soll! So funktionieren doch Gerichte, oder? Die in Symar scheinbar wohl nicht, aber wer sind wir denn, um zu urteilen? Stimmt. Kein selbsternanntes Reich. Hat man doch glatt ein hohes Strafmaß verhängt, bei dem größtenteils  Aussage gegen Aussage stand und nicht einmal wirklich Zeugen in den Zeugenstand gerufen wurden. Es wurden nur Aussagen der betroffenen Personen vorgelesen, die auch frei erfunden sein könnten. Immerhin wurden größtenteils keine Namen genannt! Und dort, wo Namen genannt wurden, konnte die Dämonin Yuudai Atiya Nes die Aussage widerlegen – aber geglaubt? Nein, das hat man ihr nicht.

 

Aber halten wir uns nicht mit kleinen Details wie einem fairen Gerichtsprozess auf. Kommen wir doch zum Urteil. Der Dämonin wurde ein Auge genommen und das Symbol des Reiches Symar auf die Brust gebrannt. Ach! Und sie sollte einen Kurs belegen, der Besserung für ihr Sozialverhalten versprach. Zeugenaussagen berichten, dass dieser immer noch nicht stattgefunden hat. Wie lang ist der Prozess nochmal her? Man möchte fast meinen, dass unsere werten Richter einfach nur Gewalt ausüben wollten … und sich gar nicht darum scheren, die Dämonin auf den Pfad der Tugend zu schicken?

 

Das Narenblatt richtet sich auch also an die Befehlshaber dieses wundervollen Reiches, um zu erfragen, was dieser Unsinn eigentlich soll?

 

Doch auch der Grünschnabelkurier hat sich nicht von seiner besten Seite gezeigt. Die letzte Ausgabe klingt mehr danach, als wolle man von den Fehlern Isdriels und Symars ablenken und den Fokus auf andere lenken. Es riecht beinahe danach, als möchte auch hier eine Fraktion mit einem Schundblatt sein schlechtes Bild in den Landen in den Schatten rücken. Aber nicht mit dem Narrenblatt, meine lieben Leser! Wir decken das für uns Offensichtliche auf und teilen es mit dem Volk.

 

Die nächste Offensichtlichkeit ist wohl auch die Angst vor einer vierarmigen Frau, die gar eine Wache für den Markttag in Val-Nóree benötigt. Und wofür? Damit sie ihren Kaufrausch auch bewacht ausleben kann! Die Frage ist aber wohl eher … hat man die Besucher des Marktages vor der Dämonin Yuudai Atiya Nes geschützt oder eher sie vor den Besuchern?

 

Zeugenaussagen der Wachen bestätigen allerdings, dass sich die Dämonin sehr löblich verhalten haben soll! Welch ein Wunder. Sollte man doch davon ausgehen, dass sie auf einen Markttag geht, um die Seelen von anderen sich anzueignen … und nicht, um Bücher mit Märchengeschichten vom Stand von Nivalis zu kaufen.

 

Und … man fragt sich jetzt sicher, ob der Herausgeber des Narrenblattes wohl die Dämonin Yuudai Atiya Nes in ein besseres Licht rücken möchte mit dieser Ausgabe? Falsch! Denn der Narr möchte euch nur eure eigenen Machenschaften damit demonstrieren. Ein paar schöne Worte, die den Leser zum Mitdenken in eine bestimmte Richtung lenken und schon habt ihr ein Schundblatt fertig. Ist euch aufgefallen, dass ich die Namen der Zeugen ebenso nicht genannt habe wie Symar? Und dennoch wirkte es am Ende glaubhaft. Doch kann ich euch versichern, ist diese Aussage gewiss nicht erlogen! Fragt die Wache aus Val-Nóree selbst, welche die Dämonin am vergangenen Markttag begleitet hat. Oder die Dämonin, die immer noch keinen Kurs zur Besserung in ihrem Sozialverhalten erhalten hat. 

 

Doch leider sind wir nun wirklich am Ende unserer heutigen Ausgabe! Lasst euch nicht von Schundblättern den Kopf verdrehen, bildet stets eure eigene Meinung und hinterfragt, was hinter den Vorhängen passiert. Ob es eine weitere Ausgabe gibt, kann euch der Narr nicht versprechen. Denn wie ein jeder Narr hat auch dieser nur Unsinn im Kopf! So vielleicht auf Bald … oder vielleicht auch nicht.

 

*noch einmal würde sie ihr Werk betrachten, dann schlenderte die Dame auch mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen davon.*

 
Veröffentlicht : 08/07/2024 1:56 pm