Kelpie 

Slots der Rasse: 4 von 8

Rassenbeschreibung

Kelpie sind gestaltwandelnde Wasserpferde die ihre untot-wirkende Haut durch die Zunahme von Fleisch regenerieren können. Ihre Fähigkeit, sich als dein bester Freund oder Bruder ausgeben zu können, macht sie zu unheimlichen und listigen Zeitgenossen.

Aussehen

Humanoide Form

Die Humanoide Tarnung eines Kelpies kann jede Form jeder Rasse annehmen. Das liegt daran, dass die Tarnung eines Kelpies durch einen Wirt bestimmt wird, der in diesem Fall vom Kelpie selbst nach seiner Geburt einmalig frei wählbar ist. Hier sind jedoch nur Humanoide Erscheinungen möglich. Es reicht dabei die Bedingung des menschlichen Verstandes mit Händen, Füßen und dem Aufrechten Gang, um als Humanoid zu gelten. Ein Ventus oder eine Katzeule wären daher ebenso als Wirt möglich. Ein Tier wie ein Fuchs oder ein schwarzer Wandler in seiner wahren Form jedoch nicht. Das Gewicht und die Größe passen sich entsprechend der Form des Körpers an, den der Kelpie ausgewählt hat. Das, was jeden Kelpie in seiner Tarnung jedoch verbindet und verrät, sind die ausgebleichten, leer wirkenden Augen sowie eine Narbe unter dem Kinn am Hals, die sich bogenförmig den Unterkiefer entlangzieht, diese kann sich zu einem zweiten Mund öffnen, der Reihenweise spitze Zähne enthalt. Zudem bluten Kelpie in beiden Formen Grün, was sie vor allem bei Wunden oder während eines Kampfes schnell verrät. Kelpies übernehmen zwar die äußerlichen Merkmale des Wirtes, nicht jedoch seine Rassenfähigkeiten. So können sie zwar z.B. einen Bjoernski als Wirt nutzen, doch wird ihre Stärke immer eher der eines (ggf. trainierten) Menschen gleichen. Merkmale wie Katzenohren, Hörner, Fell usw. werden übernommen, verlieren jedoch ihren Nutzen.

Wandler Form

In ihrer wahren Gestalt wirken Kelpie wie große untote Pferde. Ihre Augen sind ebenso leer und ausgebleicht, besitzen jedoch im Gegensatz zur Humanoiden Form überhaupt keine Farbe mehr. Sie erreichen hierbei ein Stockmaß von 1.55 bis 1.75m, wobei die Gesamthöhe oft knapp die 2 m überschreiten kann. Dabei bringen sie 520-720 kg auf die Waage. Ihr Körperbau ähnelt daher meist einem Friesen.

Kelpie besitzen zwei Mäuler, das Prägnante von beiden liegt direkt unterhalb des normalen Pferdemauls und besteht aus reihenweisen, scharfen Raubtierzähnen, die sich weit in den Schädel hineinziehen. Dieses Maul besitzt ebenso eine längere Zunge. Die Mähne eines Kelpie kann verschiedene natürliche Farben annehmen, die so ebenfalls bei Pferden vertreten sein können. Sie sind lang und wirken immer nass, egal wie lange ein Kelpie am trockenen ist. Zudem dekorieren sie ihre Mähne oft mit Schilf und anderen Wasserpflanzen. Das Fell eines Kelpie hält sich meistens in Sumpf oder Wasserfarben. Hierbei sind verschiedene dunkle Blau, Brauntöne, Grau und Grün möglich. Albinos und Melanismus ist nur dann möglich, wenn das Wesen, welches im Ritual zum Kelpie wird, vorher selbst diese genetische Besonderheit hatte.

Das Fell kann jedoch je nach Essgewohnheit des Kelpies variieren. Das liegt daran, dass Kelpies ihre stetig verfallene Haut mit dem, was sie essen, regenerieren. Ein Kelpie der sehr viel Fisch isst kann eine Fisch Schuppige Haut entwickeln, ein Kelpie der viele Vögel frisst, wobei diese normalerweise nicht so leicht zu jagen sind, kann Federn entwickeln. Wenn ein Kelpie viele Tiere mit rotem Fell frisst, kann auch sein Fell einen Rotschimmer bekommen etc.Das Aussehen variiert ebenso nach dem wie lange seine letzte Mahlzeit her ist. Je länger, desto verwester wirkt das Tier, die Knochen können aus dem Körper stehen, die Haut schält sich leicht ab.

Zudem kann es bei beschworenen ungeborenen Kelpie vorkommen, dass sie in ihrer Tiergestalt Aspekte ihrer Haupt-Tarnung annehmen können, da diese bereits vorher existiert hat. So kann ein Tiefling, der in einen Kelpie verwandelt wird, in seiner Pferdeform die Hörner übernehmen. Sämtliche optischen Aspekte dahingehend sind jedoch ausschließlich optischer Natur und können nicht als Waffe verwendet werden. Die Hörner wären demnach in der Pferdeform stumpf.

Verhalten

Grundsätzlich gibt es ein paar Eigenheiten, die jedem Kelpie innewohnen. Diejenigen unter ihnen, die als Kelpie geboren wurden, haben ihre ganz eigene Kultur entwickelt und leben sie meist auch in vollen Zügen aus. Einige Eigenheiten unterscheiden sich somit von Kelpie zu Kelpie, wobei verwandelte Kelpie oft auch von der Kultur ihrer vorherigen Rasse beeinflusst bleiben. Manch ein gewandelter Kelpie empfindet sein neues Dasein als Fluch.

 

Es besteht die Möglichkeit, dass sich ein Wesen bei der Verwandlung in einen Kelpie von seinem alten Glauben löst, dies tritt vor allem bei Rassen auf, die in ihrem vorherigen Leben sehr pazifistisch waren. Immerhin ist Sterben ein sehr erschütterndes Erlebnis, welches, auch wenn sich der Kelpie nach seiner Verwandlung nicht an seine Zeit im Jenseits erinnern kann, die Weltanschauung eines Wesens auf den Kopf zu stellen vermag.

Eine Sache jedoch, die immer geschieht, ist, dass pazifistische Wesen ihre Abneigung gegenüber Gewalt verlieren. Spätestens beim ersten Heißhunger wird ein frisch gewandelter Kelpie lernen Gewalt zumindest auszuhalten, denn immerhin ist er nun selbst ein Jäger. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Kelpie Gewalt moralisch Gutheißen oder grundlegend Gewalttätig sind. Oft ist es verwirrend für neue Kelpie, wenn sie merken, wie wenig ihnen die grausigen Taten ihrer Nahrungssuche ausmachen.

 

Eine weitere Sache, die jedem Kelpie, ob gewandelt oder nicht, innewohnt, ist ihr Mitleid gegenüber gezähmten Pferden. Sie sehen sie oft entweder als bemitleidenswerte Opfer oder verachten sie gar, da sie sich zähmen lassen. Fest steht jedoch, dass kein Kelpie ein eigenes Pferd halten würde. Auf einem Reiten täten nur wenige, und auch nur, wenn es unumgänglich ist. Manche von ihnen sind zudem dafür bekannt, jede Chance zu nutzen, ein gefangenes Pferd zu befreien.

Das Zaumzeug und die Sättel werden unter den Kelpies als universelles Zeichen für die Versklavung ihrer sehr entfernten Artgenossen gesehen und so lassen sie sich selbst auch niemals in Pferdeform Zaumzeug und Sattel anlegen.

Reiten generell ist ein heikles Thema unter den Kelpie. Während ihre Jagdtaktik darauf basiert, unwissende Lebewesen auf ihrem Rücken ins Wasser zu locken, so sind sie dennoch keine Reittiere. Lässt dich ein Kelpie auf seinen Rücken ist es ratsam, sich nicht an seiner Mähne festzuhalten – diese ist sehr empfindlich und aufgrund der besonderen Eigenschaften ihrer Haare empfinden viele von ihnen ihre Haarpracht als beinahe schon heilig. Freiwillig auf den Rücken eines Kelpie gelassen zu werden ist entweder eine List oder eine große Ehre – was es ist, wird man allerdings erst herausfinden, wenn es im Falle einer List schon zu spät ist.

Sollte es nicht Teil ihrer Jagd sein, fühlt sich Kelpie oft etwas beleidigt, wenn man sie wie ein normales Pferd behandeln und Reiten will. Doch listig wie sie sind, lassen sie sich manchmal darauf ein, wenn jemand ein wenig zu aufdringlich wird. Entweder versuchen sie dann ihr Opfer ins Wasser zu befördern, wo sie ihm eine Lektion in Sachen “Pass auf mit was du kuscheln willst” erteilen, oder sie erlauben sich den Spaß eines schnellen und sehr unsicheren Ausritts durch die Landschaft. Lustig finden beides meist nur sie selbst.

Durch ihre Erfahrung mit dem eigenen Tod, der ihnen stets in Form ihrer rottenden Haut vor Augen steht, wird ihr Humor meist zunehmend makaber. Sie spielen gerne Streiche, die andere Wesen in ernsthafte Gefahr bringen könnten, oder machen sich einen Spaß daraus, andere mit ihrem gruseligen Aussehen etwas zu erschrecken.

 

Das ständige verroten und die Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit sorgt jedoch auch dafür, dass die Kelpie Nahrung als etwas unsagbar wichtiges Empfinden. Gibt ihnen jemand was zu essen, was sie auch wirklich nährt steigt er unweigerlich hoch in ihrer Gunst. Sie teilen ihr Essen nur ungerne mit Lebewesen, die selbst keine Kelpie sind. Das Essen erhält sie immerhin in einem sehr direkten Sinne – sollte ein Kelpie dir also etwas zu essen anbieten, gib acht. Er mag sich danach gerne fühlen, als habe er dein Leben gerettet. Und nun stehst du in seiner Schuld.

Die verrottende Haut der Kelpie hat einen recht großen Stellenwert in ihrem Alltag. Viele Kelpies empfinden, je nach Grad des Hungers und der Verrottung, der sie ausgesetzt sind, ein sehr unangenehmes Gefühl beim Berühren mancher Texturen. Und auch der ständig drohende Verwesungstot hinterlässt unweigerlich seine Spuren in ihrem Kopf. Dieser ständige Stress lässt sie manches mal etwas hypersensitiv für ihre Umgebung sein – einige von ihnen entwickeln repetetive Handlungen, die ihnen helfen, ihre Gedanken und die ständigen Sinneseindrücke mental zu ordnen. So mag der eine die Angewohnheit haben, immer mit dem Fuß zu wippen, wenn er gestresst ist, der nächste Kelpie flechtet sich hingegen vielleicht ganz abwesend die Haare bei Nervosität.

 

Grundsätzlich fühlen sich Kelpie in der Nähe von Wasser immer wohler als tief im Land. Es ist nicht unüblich, dass sie Wasserhorte einem Haus vorziehen, oder sie nutzen, um ihre Jagdtrophäen und Schätze zu lagern (wenn sie denn Schätze haben).

Kelpies besitzen zudem einen Herdentrieb und suchen die Gesellschaft zu anderen Kelpies.

Geborene Kelpies

Geborene Kelpies leben meist in Herden zusammen. Ihre Dörfer sind nahe des Wassers gelegen, Seen oder Buchten, und ihre Landhäuser haben meist auch direkten Zugang zu den Wasserhorten, die sie in dem Gewässer anlegen. Grundsätzlich sind geborene Kelpie sehr territorial, das Gebiet um ihr Dorf und Gewässer herum sehen sie als ihres an und wer es betritt, muss sich ihren Gesetzen und ihrer Kultur beugen – oder in Gefahr laufen, ein nasses Grab zu finden.

Den Stellenwert, den Nahrung in ihrer Kultur hat, treiben geborene Kelpie oft ins Extrem. Eine Herde an Kelpie teilt selbstverständlich ihre Nahrung untereinander, oft sind auch große Festessen ein Teil ihrer Abendgestaltung. Musik und Tänze, die oft in Pferdeform durchgeführt werden, bringen sie näher zusammen. Wer ein Kelpiedorf besucht, tut gut daran, sein eigenes Essen zu bringen. Eine Teilnahme an den Festessen wird den Besuchern natürlich gewährt, doch nimmt ein Besucher etwas zu essen von ihnen an, wird er bleiben müssen, bis seine “Blutschuld” abgearbeitet ist.

 

Trotz dessen nehmen Kelpiedörfer Besucher gut auf. Sie neigen dazu, vor allem die Mittellosen, oder jene, von denen sie glauben, ein Neuanfang täte ihnen gut, in ihre Reihen zu lassen und ihnen diesen Neuanfang in ihrer Mitte anzubieten.

Allerdings werden solche Wesen oft auch nach einiger Zeit in einen Kelpie verwandelt.

 

Geborene Kelpie sehen ihr Dasein nicht als Last an, sondern als etwas Gutes. Geborene Kelpie sehen sich als Überlegen zu anderen Wesen an. Sie glauben tief an das Wasser und den Fortschritt, so wird auch das Ritual als eine Wiedergeburt gesehen, die sie anderen schenken können. Das Wasser wäscht, laut ihrem Glauben, die Last des alten Lebens fort und ermöglicht dem bald gewandelten Kelpie einen Neuanfang.

Somit hat, ironischerweise, das Ritual einen eher alltäglichen Stellenwert in ihrer Kultur. Es ist ein Zeichen der Freundschaft und des guten Willens jemandem ein neues Leben zu schenken. Viele neue Kelpie werden tatsächlich geschaffen, weil ein Kelpie es mit dem Streiche spielen übertrieben hat und sein “Opfer” nicht an den endgültigen Tod verlieren möchte.

 

Natürlich steht das Wasser, vor allem die Seen und Flüsse des Landes, in dem sie leben, sehr hoch in ihrem Ansehen. Dem Glauben der Kelpie nach repräsentiert das Wasser ihr eigenes Dasein: Wenn es lebendig ist und in Bewegung bleibt, wird es sich stetig erneuern und gesund bleiben, wie auch sie, wenn sie stetig essen.

Stille Gewässer, wie Tümpel oder kleine Seen, betrachten sie hingegen als ein Mahnmal. Oft “verrottet” in solchen Gewässern das Wasser selbst, wird von Algen und Schmutz übernommen, eine makabre Erinnerung daran, was mit ihnen passiert, wenn sie stillstehen.

Der Selbsthass, den verwandelte Kelpie in sich tragen können, ist ihnen nicht gegeben, wie auch das Erschrecken beim Sehen ihres Spiegelbilds. Dennoch können sie Spiegel nicht einfach so aushalten – sie benutzen Spiegel, um das Fortschreiten ihrer Verwesung zu überprüfen. Das heißt, wenn sie sich selbst in einem Spiegel sehen, erleben sie dieselbe Unruhe und Panik wie auch gewandelte Kelpie, gepaart mit einem inneren Zwang, sich selbst auf Zeichen der Verwesung zu prüfen.

Nahrung

Die Hauptnahrung von Kelpies ist rohes Fleisch, vor allem die Haut von jedem Lebewesen, das ihnen zwischen die Zähne kommen kann. Diese Nahrung nutzen sie, um sich zu regenerieren. Sie können zwar auch normale Nahrung zu sich nehmen, jedoch dient das lediglich zu Tarnzwecken und kurzen Überbrückungen des Hungergefühls, wenn sie gerade nichts anderes zu fassen bekommen. Während normale Nahrung mit dem normalen Mund aufgenommen wird, wird ihre Hauptnahrung mit dem Raubtiergebiss darunter verspeist. Ausschließlich Fleisch und Haut, die über den zweiten Mund in egal welcher Form zu sich genommen wird, hilft den Kelpie bei Kräften zu bleiben.

Kelpie verwesen in einem durchgehenden Prozess und brauchen diese Nahrung, um den Verwesungsprozess zu stoppen.

So fängt der Verwesungsprozess nach einer Woche langsam an. In der Kelpie form fängt an die Haut zu faulen und sich etwas abzuschälen. Sie bekommen Nasenbluten und werden in ihrer Tarnung deutlich blasser und kränklicher, nach eineinhalb Wochen fangen sie an, nach Verwesung zu stinken und werden immer ungelenkiger. Ihre Muskeln werden langsam Taub. Sie leiden an Fressattacken und werden reizbarer. Sie fangen langsam an, wie richtige Zombies zu wirken. Nach zwei Wochen wird es langsam eng, ihnen geht langsam die Kraft aus und die Gliedmaßen tun ständig weh, wie ein dauer begleitender Muskelkater. Die Sinne werden schlechter, vor allem die Augen. Lähmungen treten ein, das Hungergefühl wird unbeschreibbar. Meist überwiegt ab da ein Instinkt, der sie zum wahllosen Jagen, egal in welcher Form zwingt, gemischt mit Fressattacken auf alles, was sie finden können. Am Ende der zweiten Woche ist man schließlich dem Tode geweiht.

Sobald sie jedoch genug Nahrung bestehend aus Haut und rohem Fleisch zu sich genommen haben, fangen sie jedoch recht schnell an, sich wieder zu erholen. Ihr Körper regeneriert sich auf den unverwesten Grundzustand und der Zyklus beginnt von neuem.

Alter

Kelpie sind nicht in der Lage, an Altersschwäche zu sterben, da sie ihren Körper mit jeder Nahrungsaufnahme regenerieren.

(Hier greift das OOC-Maximalalter für Charaktere bei 600 Jahren).

Fortpflanzung

Kelpie können sich ausschließlich untereinander oder per Ritual fortpflanzen. Wenn sie sich untereinander paaren, ist das Weibchen meist bis zu 5 Monate trächtig, im letzten Monat kann sie sich nicht mehr verwandeln, sondern muss in ihrer Urform verweilen. Zudem ist sie darauf angewiesen, regelmäßig zu fressen. Sie sollte während der Schwangerschaft in keine zu starke Verwesung verfallen, da es zu Komplikationen kommen kann.

Eine Schwangerschaft unter Kelpie ist daher meist recht selten und kompliziert, weshalb die meisten Kelpie auch durch ein Ritual entstehen. Sobald das Fohlen jedoch zur Welt kommt, wird es sofort ins Wasser geworfen und wird dort auch das erste Jahr seines Lebens verbringen. Junge Kelpie sind in ihrer Urform nach 3 Jahren ausgewachsen.

Die erste humanoide Person, die sie erjagen und vollständig in sich einverleiben wird anschließend ihre Tarnung. Das machen die Kelpie meistens nach einem Jahr, wenn sie aus dem Wasser treten und die Eltern oder andere Kelpie helfen ihnen dabei. Diese erste Tarnung bleibt ihnen ein Leben lang und verweilt immer im selben Aussehen, sie altert nicht mit. Bis sie eine Tarnung einverleibt haben, sind Kelpie geschlechtsneutral.

Das Geschlecht gleicht sich anschließend der Tarnung an, es gibt allerdings auch Kelpie, die sich nie ganz einem Geschlecht zuordnen.

Geschichte & Kultur

Am Wasserstrand, im Nebel dicht,
Dort lauern sie, die Kelpie, schlicht.
Ihre Augen, leer und bleich,
So lasst euch verführ’n von ihrer Macht sogleich.
 
 
Mit Fell glänzend wie die schwarze See,
Zeugt ihr Gesang von Klage, wie eh und je
Denn folgst du ihnen in die Flut hinein,
wirst du verlieren, was einst war dein.
 
 
Hüte dich vor ihrem Lockgesang, der Lockgestalt,
So bringt dein tiefster Wunsch dich in ihre Gewalt.
Wanderer, Hüte dich vor der Sümpfe List,
Die verspricht wen du am meisten vermisst!
 
 
Und wenn du dich wagst in ihre Mitte,
Bist Gast in ihrem Heim und Haus,
Achte ganz genau auf deine nächsten Schritte,
Oh Wanderer, denn sonst du findest nie hinaus!
 
 
Schlafe nicht in ihren Stätten, und Esse nicht von ihrem Tisch,
Geh nicht in den Sumpf auf ihrem Rücken,
Sonst wird dich ihre Mähne verzücken,
Und in einem nassen Grab wird deine Haut ihr Leibgericht.
 

Der alte Mann sprach nur in einer leisen, fast flüsternden Stimme. Im Halbdunkel der Dämmerung klang seine Stimme beinahe schon unheimlich. Seine blassen, altersblinden Augen stierten zu dem, was von der Feuersglut noch übrig war, zitternd schlang er seine lumpige Decke weiter um sich, den Schal enger um den Hals. “Es kommt aus meiner Heimat. Das Gedicht… eine alte Legende, die meine Mutter mir immer erzählte,” ein Lächeln zierte seine faltigen Lippen, die Erinnerung an seine Mutter schien sein Herz zu wärmen.

Und ich konnte nicht anders, als ihm gebannt zuzuhören. Nicht oft treffe ich auf meinen Reisen solche Leute, wie ihn. Diejenigen, die bereit sind ihre Geschichten auch zu erzählen. Ein sanftes Lächeln erschien auf meinen Lippen. “Ich würde gerne mehr über diese Legende erfahren,” sprach ich, genau in dem Moment, in dem er das Fleisch über dem Feuer befestigte. Ich hatte mein Notizbuch auf den Knien, bereit, eine weitere Interessante Legende meiner Sammlung hinzuzufügen.

“Es hat Euch nicht abgeschreckt, ja? Nun gut, dann erzähle ich Euch über die Kelpie.” Er lachte einmal in sich hinein und setzte sich ein wenig bequemer hin, den Kopf gesenkt. “Wisst Ihr, was mit einem See passiert, wenn das Wasser nicht in Bewegung ist? Wenn es stillsteht?”

Eine Chance zum Antworten hatte ich nicht. Er fuhr einfach fort: “Es stagniert und rottet. Und irgendwann ist in dem Wasser mehr Dreck, Schmutz und Tod als das Wasser selbst. Und … man sagt, mit manchen Wesen geschieht dasselbe. Sie kommen aus den Sümpfen, wisst Ihr? Und sie müssen sich stetig ernähren, nur, damit ihre eigene Haut nicht verfällt.”

Der Mann machte eine lange Pause, in der er einen Schluck seines Biers trank. Kellerbier, ein guter Trunk. Ich hätte schwören können, er habe mich danach eingehend angesehen, aber seine blinden, bleichen Augen ließen dies eigentlich nicht zu…

“Es heißt,” fuhr er fort, “Dass die Sümpfe meiner Heimat einem zeigen, was man verloren hat. Vor langer Zeit… da gab es eine Familie bei uns. Eine Reiche Familie, mit einem großen Hof, vielen Bediensteten. Sie regierten über unser Land, mit Güte, angeblich. Und ihr Sohn, der hatte ein Pferd, ein wunderschönes, stolzes, schwarzes Pferd, welches er mehr liebte, als alles andere auf dieser Welt. Die Legenden sprachen schon vorher von den seltsamen Pferden, die die Sümpfe bewohnten, wisst Ihr?”

Ein trockenes Lachen entfuhr seiner Kehle. “Und auch seines kam aus den Sümpfen. Eines Abends … da kam er von seiner Jagd nicht zurück. Natürlich sorgten sich seine Eltern, das Dorf war in Aufruhr… und nach Tagen der Suche, da … fanden sie ihn. Die Augen seltsam leer, aber … es war er. Sie nahmen ihn mit nach Hause, doch je länger er dort war, desto seltsamer verhielt er sich. Es wurde sich erzählt er war immerzu hungrig. Und auch wenn sein Pferd nie gefunden wurde… jeden Abend ging er wie zum Ausritt hinaus und wurde die Nacht nicht mehr gesehen.” Der Ausdruck im Gesicht des Mannes war seltsam, voller Melancholie. Als erinnere er sich an gute, alte Zeiten. “Nach … Wochen begannen seltsame Gerüchte das Dorf heimzusuchen. Die Leute erzählten sich, sie haben ihre verstorbenen Liebsten in den Sümpfen gesehen. Einer nach dem anderen begannen sie zu verschwinden.”

Ganz gebannt hing ich an seinen Lippen, als er sich einen weiteren Schluck genehmigte. Mittlerweile erfüllte der Geruch des gebratenen Fleisches die Luft, doch er aß nicht, sondern sprach weiter. “Wisst Ihr… das Wasser bewegt sich immerzu, sonst verrottet es. Und die Kelpie… sie müssen immerzu essen, sonst geschieht das selbe mit ihnen.” Und mit diesen Worten stand er auf, nun war ich sicher, dass der Blick seiner leeren Augen wirklich auf mir haftete.

“Die Zeiten, in denen das Dorf als Nahrungsquelle für sie zur Verfügung stand … die sind vorbei. Jetzt… müssen wir uns leider mit Wanderern begnügen.”

Und gerade als ich aufspringen und rennen wollte… sah ich mehrere Paare dieser toten, leeren Augen zwischen den Stämmen hervorblicken…

Stärken & Schwächen

Als untote Wasserwesen sind Kelpie in der Lage, in beiden Formen eine unbegrenzte Zeit unter Wasser zu bleiben, denn sie müssen nicht mehr atmen. Die meisten tun es aus Gewohnheit, zumindest oberhalb des Wassers, dennoch. Seltsamerweise schwimmen sie jedoch nicht wirklich. Kelpie galoppieren oder eher laufen einfach unbeschwert am Meeres- oder Flussboden als wären sie an Land. Durch einen kräftigen Sprung können sie zwar ab und zu auftauchen und sich über Wasser halten, doch schwimmen sie hierbei nicht besser als gewöhnliche Pferde oder eben Menschen es tun. Meist bevorzugen sie es daher, am Grund des Wassers zu verweilen. Um sich unter Wasser zurecht zu finden haben sich ihre Augen an die Dunkelheit angepasst. Jedoch sind sie so auch auf ein eher feuchteres Klima angewiesen. Trockene und heiße Orte wie Wüsten setzen ihnen häufig schneller zu und sie verfallen fast doppelt so schnell in den Verwesungsprozess, da sie einfach austrocknen. In ihrer Wandlung sind sie so schnell wie ein Pferd, in ihrer Tarnung meist in allen körperlichen Bereichen auf dem Stand eines gewöhnlichen Menschen.

Kelpie sind in der Lage für maximal drei Stunden, die Gestalt einer X-beliebigen Person anzunehmen. Damit ihnen diese Art von Gestaltwandeln gelingt, brauchen sie 3 Kriterien:

– Zum ersten brauchen sie ein genaues Bild vom Aussehen der Person, und das von allen Perspektiven. Eine Zeichnung ist hierbei bei weitem ungenügend.

– Dann brauchen sie noch etwas, das der Person gehört. Ein Haar, ein Stück Kleidung, der liebste Trinkbecher. Dieses Objekt müssen sie während der gesamten Zeit, in der sie getarnt sind, bei sich tragen. Verlieren sie es, verwandeln sie sich zurück.

– Zu guter Letzt müssen sie vollständig regeneriert sein, denn das Gestaltwandeln kostet ihnen viel Kraft, weshalb sie nach den 3 Stunden meist ausgelaugt sind und dringend jagen gehen müssen. (Auch hier halbiert sich die Zeit des Verwesungsprozesses). Nach 2 Stunden beginnen sie meist sogar schon, gegen den Drang von Fressattacken ankämpfen zu müssen. Sobald die 3 Stunden um sind, verwandeln sie sich unkontrolliert in ihre eigene Tarnung zurück und der Zauber ist vorbei.

Dieses Schauspiel können sie erst nach 3 Tagen und einer guten Jagd wiederholen. Wenn Kelpie Gestaltwandeln, sind sie jedoch nicht unerkennbar. Neben der Narbe am Kinn, die sie noch am ehesten verbergen können, bluten sie grünes Blut und müssen Spiegel meiden. Denn in den Spiegelungen erkennt man immer ihre wahre Gestalt. Ansonsten passt sich mit ihrem Aussehen auch ihre Stimme perfekt an. Ein weiterer Vorteil der Kelpie, vor allem in der Jagd, und wenn es um ihr Ritual geht, ist ihre Mähne. Unter Wasser hat die Mähne den besonderen Effekt, sich um alles zu winden, das sie berührt. Ein Mensch, der also so leichtsinnig ist, sich auf den Rücken eines Kelpie locken zu lassen und Halt in seiner Mähne zu finden, kann das spätestens dann bereuen, wenn der Kelpie mit ihm ins Wasser taucht. Dabei lässt die Mähne sein Opfer nicht so schnell wieder los, wenn es keinen Weg findet, sich frei zu schneiden.

Das ist jedoch auch gleichzeitig ein verhängnisvoller Nachteil für die Kelpie. Denn ihre Mähne ist ihnen heilig und wenn man an ihr zieht oder droht sie zu zerschneiden, kann ihnen das nicht nur körperliche, sondern auch seelische Schmerzen bereiten. Sollte das Opfer also zu stark an der Mähne eines Kelpie ziehen ist der Kelpie eher gewillt unter diesen Bedingungen wieder aufzutauchen, sodass sich die Mähne über Wasser wieder von dem Opfer löst, als Gefahr zu laufen auch nur ein Haar seiner kostbaren Mähne zu verlieren. Die Tatsache, dass der besondere Effekt der Mähne auch nach dem Abtrennen vom Körper des Kelpie noch Wirkung zeigt, sorgte lange Zeit dafür, dass Kelpie aufgrund ihrer Mähne gejagt wurden.

Ihre größte Schwäche ist wohl das Problem ihrer Verwesung. Bekommen sie in 2 Wochen keine Nahrung zu sich, sterben sie. Vorher schon müssen sie unter starken Schwächen leiden. Zudem sind Wunden nicht von der körperlichen Verwesungsregeneration betroffen. Sie heilen genauso langsam wie bei jedem anderen Wesen auch und können ebenso Narben hinterlassen.

Kelpie ertragen zudem den Anblick ihres eigenen Spiegelbilds nicht. Sie werden, sobald sie ihre Pferdefratze mit leeren Augen starren, in eine Art Unruhe und Angst verfallen, die sie so schnell nicht loslässt, oft müssen sie den Blick sofort abwenden und werden panisch.

Eine weitere Sache, die sie aktiv meiden ist Feuer, das ähnlich wie die trockene Wüstenhitze dafür sorgen kann, dass sie schneller verwesen, wenn sie seiner Präsenz zu lange ausgesetzt sind.

Kelpie haben ebenfalls den Tick, dass sie nicht in der Lage sind, eine Schwelle zu übertreten, die in dem Besitz eines anderen steht, ehe sie nicht aktiv herein gebeten wurden. Sie könnten es nicht mal mehr versuchen, es geht einfach nicht. Dies gilt bei allen geschlossenen Orten, die aktiv von einer Person bewohnt werden. Öffentliche Orte wie eine Bibliothek, Stadt oder Akademie stehen ihnen ebenso offen, genauso wie Orte, die lange verlassen und nicht mehr aktiv bewohnt sind. Wenn ein Aushang zu einem Fest einlädt, zählt die Einladung zu diesem Ort auch für sie. Betreten sie jedoch ein Haus, das von jemandem bewohnt wird, müssen sie immer vorher dessen Erlaubnis einholen. Diese Erlaubnis muss deutlich verständlich geäußert werden. Wurde sie jedoch erteilt, steht dem Kelpie dieser Ort auch zukünftig immer offen.

Ritual

Neben der herkömmlichen Art, bei der sich zwei Kelpie ganz toll lieb haben.. gibt es noch die Möglichkeit, einen Kelpie mit Hilfe eines Rituales zu erschaffen. Hierbei kommt jeder in Frage, der gewillt ist, auf den Rücken eines solchen Wesens zu klettern und sich in die Wellen tragen zu lassen.

Denn zu Beginn des Rituales muss jeder, vor allem eines, sterben. Und das auf eine ganz besondere Art. Man kann nur als ein Kelpie wiedergeboren werden, wenn man vorher auf dem Rücken eines Kelpie gestorben ist, sei es nun ertrunken oder vom Kelpie selbst auf seinem Rücken umgebracht.. Danach muss der Kelpie entscheiden, ob sein Opfer seine nächste Mahlzeit wird oder es würdig ist, zu den seinen aufzusteigen.

Wählt er zweiteres muss der Kelpie die Leiche in die Moore tragen und sie dort im Sumpf versinken lassen. Vorher wird dem anstrebenden Kelpie ein Schnitt unter dem Kiefer verpasst, dort wo bald der zweite Mund aufbrechen soll. Zudem wird das Herz eines geopferten Pferdes mit einer Strähne eines Kelpie Haares an die Leiche gelegt. Das Kelpie-Haar bindet das Herz unter Wasser von selbst an den Körper. Der Körper muss 3 Tage versunken bleiben, nach dem dritten Tag steigt aus dem Wasser ein Pferd mit zwei Mäulern und leeren toten Augen. Ein Kelpie ist geboren.

Die Erinnerungen gehen bis zum Zeitpunkt des vorherigen Todes zurück und die Haupt-Tarnung nimmt automatisch die Gestalt des alten Körpers an.

Anders als der geborene Kelpie muss ein Erschaffener sich nicht erst eine suchen.

Beitritt

Nach Absprache mit Abby und _G0dly, sowie bevorzugt im RP

Geschrieben von Abby, _G0dly & Padfoot
Verwaltet von Abby & _G0dly

Updated on 22. Februar 2024

Spielerwerke