Die Fähigkeiten der Geisteslehre

Vorwort

Nachdem wir das Grundkonzept, auf welchem die Geisteslehre basiert, verstanden haben, geht es an die Fähigkeiten, welche mit dieser möglich sind und wie man diese erlernen kann. Wenn ihr euch den Beitrag dazu noch nicht durchgelesen habt, klickt hier.

Für das Lernen gibt es mehrere Wege. Am einfachsten und klügsten ist es, sich im RP einen Lehrmeister zu suchen. Diese Lehrmeister können deinem Charakter die Fähigkeiten am besten und schnellsten beibringen und viele Fähigkeiten sind auch Lehrmeister exklusiv. Wer jedoch keinen Lehrmeister findet, welcher ihn unterrichten kann, kann mit ein bisschen Hilfe von anderen Geisteslehrefähigen ein paar Fähigkeiten im Selbststudium erlernen. Diese werden im folgenden einmal vorgestellt. 

Die Grundfähigkeiten der Geisteslehre

Den eigenen Geist wahrnehmen

Wirkung:
Um die Geisteslehre nutzen zu können, muss man zuallererst den eigenen Geist wahrnehmen können. Ihn also im inneren seines Körpers spüren und ausmachen. 

Wie kann man es erlernen:
Für das Erlernen braucht es zwei Dinge: Das Verständnis für die Theorie und die tatsächliche Praxis. 

Die Theorie: Euer Charakter muss lernen und verstehen, was Geist und was die Seele ist. Das es zwischen den beiden Dingen einen Unterschied gibt und was man damit tun könnte. Diese Informationen muss er im RP herausfinden. Dies kann durch einen Spieler, durch ein Buch oder ähnliches geschehen.

Hinweis: KEIN (!) Charakter kennt dieses Konzept von Anfang an, sondern muss es im RP herausfinden. Einzige Ausnahme sind hier die Charaktere von Spielern, welche bereits mit einem früheren Charakter die Geisteslehre erlernt haben. Es ist eurem Charakter nicht möglich, durch z.B. Meditieren oder ähnlichen selbst auf diese Erkenntnis zu kommen. Sie muss im RP, sei es durch ein Buch oder durch ein Gespräch, erfahren werden. 

Praxis: Allein die Theorie reicht leider nicht, seinen eigenen Geist wahrzunehmen. Es braucht zusätzlich die Praxis. Um den eigenen Geist spüren zu können, muss man vorher zumindest irgendwie Kontakt zur tatsächlichen Geisteslehre gehabt haben. Bedeutet: Jemand muss deinen Geist mit der Geisteslehre berührt haben (z.B. um mit ihm zu Kommunizieren). 

Hat dein Charakter mit dem Wissen der Theorie Kontakt zur Geisteslehre, kann er sich in diesem Moment auf das Gefühl, welches die Berührung eines fremden Geistes auslöst, konzentrieren und dieses weiter verfolgen. So ist es ihm mit viel Übung möglich, seinen eigenen Geist auszumachen und wahrzunehmen. Der erste Schritt ist somit getan. 

Den eigenen Geist ausstrecken

Wirkung:
Auf dem Ausstrecken des eigenen Geistes basieren die meisten Fähigkeiten, welche man mit der Geisteslehre erlernen kann. Diese Fähigkeit ist somit der erste Schritt für diese Fähigkeiten. Es ermöglicht dem Charakter den eigenen Geist “zu ergreifen” und in eine Richtung aus dem Körper heraus zu strecken.

Wie kann man es erlernen:
Um diese Fähigkeit zu erlernen, braucht dein Charakter zwei Dinge.
A) Er muss seinen eigenen Geist wahrnehmen können.
B) Er muss wissen, wie es sich anfühlt, wenn sich sein eigener Geist außerhalb des Körpers befindet. 

Dieses Wissen kann man nur erlangen, wenn der eigene Geist von jemanden aus dem eigenen Körper herausgeführt wird. (Dies ist eine Fähigkeit, welche vor allem fortgeschrittene Geisteslehrenutzer kennen und die auch beantragt werden muss) Im Gegensatz zu anderen Fähigkeiten der Geisteslehre, braucht es hierfür aber keinen Unterricht. Sollte sowas mal zufällig passieren, würde das auch reichen, um die Fähigkeit zu erlernen (bei Fragen, wende dich an einen Schreiber).

ACHTUNG: Da die Fähigkeit „den Geist führen“ im RP kaum existiert, ist es aktuell auch gestattet, die Fähigkeit des „Geist Ausstrecken“ auch ohne diese Voraussetzung zu lernen. Als Alternative kann euer Char auch versuchen, allein durch das Wissen und die Erfahrung, welche er durch den Kontakt mit anderen Geisteslehrenutzern (wenn diese z.B. schon mal mit ihm über den Geist kommuniziert haben), herausfinden, wie man seinen eigenen Geist ausstreckt. Dieser Prozess muss auf dem Server ausrpt werden, logisch nachzuvollziehen sein und dem Schreiberteam mit Screenshots oder Logs vorgelegt werden.

Wird der Geist von deinem Charakter von einer anderen Person aus dem eigenen Körper herausgeführt, wird dein Charakter ein seltsames Gefühl ereilen. Ein Gefühl, welches vollkommen ungewohnt ist, dass etwas Bestimmtes im Inneren fehlt. Es ist die Abwesenheit des eigenen Geistes vom Körper. Auf diesem Gefühl kann dein Charakter nun aufbauen und beginnen im Selbststudium zu lernen, wie man den eigenen Geist ausstrecken kann. 

Den Geist auszustrecken ist anstrengender, als du es dir vorstellen magst. Es braucht nicht nur Zeit, sondern auch Übung.
Du kannst dir den Geist wie eine zähe Kugel vorstellen. Diese Kugel kannst du greifen und in die Richtung ziehen, die dir beliebt. Ähnlich wie Knete, ist sie aber in unbearbeitetem Zustand nur schwer beweglich und es wird anstrengend, lange Fäden daraus ziehen zu wollen. Je mehr man jedoch übt, also mit “der Knete” arbeitet, desto leichter wird es, diese zu formen und auszustrecken. 

Um den Geist am effizientesten ausgestreckt zu bekommen, sollte dein Charakter ein direktes Ziel haben, an das er gelangen soll. Für das Ausstrecken wird ungestörte Konzentration benötigt. Solange keine Expertise in der Geisteslehre erreicht ist, ist diese absolute Konzentration auch ein vollkommenes Muss. Wird diese Konzentration auf den Geist gebrochen, wird sich dieser sofort von allein zurückziehen und du müsstest ihn erneut ausstrecken. 

Wer in dieser Fähigkeit sehr geübt ist, kann zudem erlernen, wie man seinen Geist wandern lässt, ihn also ohne ein festes Ziel ausstreckt und dem Geist in der Umgebung umher wandern zu lassen. Dadurch ist es z.B. möglich, andere Geister in der Umgebung zu suchen. Hier ist jedoch zu beachten, dass ein Aufeinandertreffen mit einem fremden Geist unvorbereitet zu einem schnellen Verlust der Konzentration führen kann.

Hinweise fürs ausspielen:

  • Die maximale Reichweite des Ausstreckens ist der Reden Chat.
  • Es ist euch nicht möglich, den Geist in mehrere Richtungen gleichzeitig auszustrecken.
  • Je mehr Übung ihr bekommt, desto einfacher wird es euch fallen, sich auf den Geist zu konzentrieren. Als Anfänger ist es jedoch absolut unrealistisch, während man den Geist ausstreckt, noch etwas anderes zu tun.

Kommunikation

Wirkung:
Wer in der Lage ist, seinen Geist auszustrecken, dem wird es möglich sein, mit seinem Geist Andere zu kontaktieren, um mit ihnen zu kommunizieren. Die Kommunikation kann hier über Emotionen und Eindrücke, einfache Bilder, welche im Kopf gezeigt werden und das Denken von Gedanken stattfinden. Hierfür muss die kommunizierende Person ihren Geist zu einem anderen Charakter ausstrecken und diesen “zu streifen”. Diese Fähigkeit sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Denn durch das Ausstrecken des Geistes zu einer anderen Person, nimmt man alles, was sich gerade in deinem Kopf befindet, ob Bilder, Emotionen oder Gedanken, zu der anderen Person mit. Jedem kann es so passieren, dass durch die versuchte Kommunikation Geheimnisse ans Tageslicht kommen, welche man eigentlich bei sich behalten will. Wer eine Kommunikation zulässt oder auch selbst probiert, gewährt der anderen Person so einen direkten Einblick in den eigenen Geist und somit in alles, was sich gerade darin befindet. Dies gilt also für beide Gesprächspartner. Miteinander über die Geisteslehre zu kommunizieren, birgt also immer ein Risiko, welches nicht unterschätzt werden sollte. Nur wer wirklich Vertrauen in die andere Person hat, sollte eine Kommunikation also auch wirklich zulassen oder versuchen. 

Wie kann man es erlernen:
Um Kommunizieren zu können, muss dein Charakter gelernt haben, seinen Geist auszustrecken und diese Fähigkeit auch sicher beherrschen. Nun heißt es, üben und den eigenen Fokus trainieren, denn für eine sichere Kommunikation muss dein Charakter es gleichzeitig schaffen:
A) Den eigenen Geist ausgestreckt zu lassen, um die Verbindung nicht zu trennen.
B) Das Wirrwarr aus eigenen und fremden Gedanken, Emotionen und Eindrücken, welche beim Ausstrecken auf ihn einprasseln auszuhalten.
C) Gezielt das über den Geist übermitteln, was man will und nicht aus Versehen etwas, was lieber im Geheimen verbleiben sollte.

All das erfordert eine Menge Konzentration und diese Art des Multitaskings muss lange geübt werden. Man könnte es damit vergleichen, dass man gerade einen Text schreibt und gleichzeitig einem interessanten Gespräch bewohnt, welches sich aber um ein ganz anderes Thema dreht.

Ist dies geschafft, so kann man beginnen, seine Konzentration so zu fokussieren, damit man Emotionen, Bilder, Eindrücke oder Gedanken gezielt wiedergeben kann. Hierbei ist nicht alles gleich einfach. Was für wen wie einfach ist, hängt natürlich immer vom Charakter ab. Generell kann man jedoch sagen, Emotionen kommen einem einfacher rüber als Bilder, während ein Bild vielleicht einprägsamer und schneller entsteht als ein gedachtes Wort. Egal womit man jedoch anfängt, alles wird erst mit etwas sehr simplen beginnen und kann erst über viel Übung und Training zu etwas komplexen werden. Ein einzelnes Wort kommt schnell im Kopf zusammen, ein anregendes Gespräch wird jedoch schwieriger.

Gleiches gilt im Übrigen auch für das “Zuhören” von einer fremden Person. Sofern euer Gesprächspartner, zu dem euer Charakter den Geist ausgestreckt hat, seine Gedanken nicht gezielt übermittelt, kommt bei euch ein unglaubliches Wirrwarr an Emotionen, Gefühlen und Gedanken an. Diese zu entschlüsseln ist etwas, was erst mit viel viel Übung tatsächlich möglich wird. Einer Person also einfach durch die Geisteslehre “auszuspionieren” in den man ihren unkontrollierten Gedanken zu hört ist nichts einfaches.

Hinweise fürs Ausspielen:

  • Die Präsenz eines sich nähernden Geistes, bzw. eines streifenden Geistes ist immer für den Anderen zu spüren. Einen anderen Geist zu streifen, sollte deshalb immer mit einem “würde” ausgespielt werden. Die Präsenz bleibt zudem bestehen. Ein Charakter bekommt also mit, wenn ein anderer Geist mit seinen Verbunden ist (auch wenn er nicht zwingend wissen muss, was das gerade ist).
  • Es ist beim Kommunizieren über Emotionen nicht möglich, künstlich falsche Emotionen oder Eindrücke zu übermitteln.
  • Bilder können nicht zu komplex werden. Bewegungen oder ein dreidimensionales Bild sind ohne besondere Fähigkeit nicht möglich zu zeigen, da sie zu viel Konzentration beanspruchen würden.
  • Niemand, selbst nicht der beste Geisteslehrenutzer, ist davor bewahrt, nicht doch mal aus Versehen ungewollt Dinge über die Kommunikation preis zu geben. Hierbei ist eine gewisse Toleranz im RP gefragt. Es liegt weiterhin stark in eurer Hand, welche Informationen eurer Charakter (ausversehen) preis gibt. Überlegt euch immer gut: Ergibt es gerade Sinn, dass mein Charakter gerade an das denkt und so vielleicht aus Versehen ein Geheimnis ausplaudert? Warum sollte z.B. dein Charakter an die Identität eines Drachen denken, wenn das Gespräch im Geist über Blumen geht? Für beide Seiten gilt hier also: Forced OOC andere Spieler nicht zu Handlungen, welche in der RPlichen Situation vielleicht keinen Sinn ergeben und überlegt euch gut, wie groß der RPliche Mehrwert tatsächlich ist, wenn ihr gewisse Dinge Preis gebt oder nicht.  

Verteidigung

Wirkung:
Wie mittlerweile klar geworden sein sollte, birgt ein fremder Geist im eigenen Kopf einige Gefahren. Umso wichtiger ist es dementsprechend, zu wissen, wie man sich davor verteidigen kann. Die Fähigkeit der Verteidigung ermöglicht es, den eigenen Geist vor fremden Geistern abzuschirmen, sodass diese nicht mehr in den eigenen Kopf hineingucken können. 

Wie kann man es lernen:
Um die Verteidigung zu erlernen, sollte man verstanden haben, was die Geisteslehre ist und wie man den eigenen Geist wahrnimmt. 

Das Prinzip der Verteidigung ist denkbar simpel, erfordert jedoch einiges an Übung und Konzentration. Hierfür nutzt man eine Sache (Das kann ein Gegenstand sein, eine Gedicht-Passage, eine Person oder einfach ein Punkt in der Landschaft), auf die man sich, sobald man merkt, dass sich ein fremder Geist nähert, mit allem, was man hat konzentriert und fokussiert. Ist man nämlich mit seinem ganzen Bewusstsein, seinen Gedanken, Eindrücken und Emotionen nur auf diese Sache fokussiert, so wird es demjenigen, welcher deinen Geist streift, nicht möglich sein, etwas anderes in deinem Kopf zu erblicken, außer die Sache, auf welche sich dein Charakter gerade konzentriert.

Beispiel: Bernd spürt, dass sich ein fremder Geist ihm nähert. Sofort beginnt er, sich auf ein Schiff zu konzentrieren. Seine Gedanken drehen sich nur noch um dieses Schiff. Wie sehen die Segel aus, wie viele Masten hat es, wie viel Gold ist geladen. Derjenige, welcher seinen Geist nun streift, wird auch nur genau das mitbekommen. Andere Gedanken sind nicht zu finden, schließlich denkt Bernd nicht aktiv daran. 

Doch kein Schutz ist undurchdringlich. Gelingt es deinem Gegner, deine Konzentration von dem Gegenstand abzulenken und deinen Fokus damit zu brechen, verschwindet auch dein Schutz und deine Verteidigung ist dahin. 

Ablenkung kann durch viele Möglichkeiten passieren. z.B:

  • Schmerzen. Gerade Schmerzen sind meist sehr effektiv. Dieser kurze, aber sehr prägnante Schock lässt meist sämtliche Konzentration fallen. 
  • Ein lauter Knall oder andere Dinge, welche einen erschrecken oder überraschen.
  • Kommunikation über die Geisteslehre. Zwar könnt ihr durch euren Fokus auf die Sache nichts anderes mehr zu der anderen Person schicken, diejenige, welche jedoch mit dir kommuniziert, kann das weiterhin tun.
  • Selbst die Sache, auf die ihr euch konzentriert kann zur Ablenkung werden, wenn es z.B. ein Erbstück ist, welches Erinnerungen in eurem Charakter weckt. 

Je länger dein Charakter diesen Fokus übt, desto besser wird er darin. Am Anfang ist es vielleicht höchstens möglich, nur in absoluter Stille, mit geschlossenen Augen die Konzentration aufrecht zu erhalten. Ist dein Charakter geübter, kann er vielleicht einem kurzen Gespräch am Lagerfeuer beiwohnen, während er seinen Verteidigungswall aufrecht erhält.

Ist eure Verteidigung erstmal dahin, wird es euch wahrscheinlich nicht mehr möglich sein, einen neuen Wall aufzubauen, da ein fremder Geist, welcher mit euch kommuniziert mehr als ablenkend ist und euch so der nötige Focus für einen kompletten Schutz fehlen wird. 

Hinweise fürs Ausspielen:

  • Bleibt realistisch beim Ausspielen eurer Konzentration. Niemand kann sich ewig konzentrieren und alle Ablenkungen einfach ignorieren. Führt euch vielleicht selbst mal vor Augen, wie häufig ihr euch durch eine Push-Nachricht vom Handy ablenken lässt (Das gilt übrigens für alle anderen Fähigkeiten der Geisteslehre auch).
  • Es ist nicht möglich, den Geist gleichzeitig zu verteidigen und auszustrecken. 

Schlusswort

Puuuhh. Das war ein langer Text. Das waren alle Fähigkeiten der Geisteslehre, welche ihr ohne einen Antrag oder einen Meister, welcher euch im RP unterrichtet, erlernen könnt.
Hinweis: Sollte eurer Charakter eine dieser Fähigkeiten erlernen oder bereits erlernt haben, bitte meldet euch kurz beim Schreiberteam. Wir brauchen diese Information, um Übersicht über die Verbreitung der Geisteslehre zu behalten. Somit verbessert sich auch das allgemeine Spielerlebniss.


Natürlich gibt es einige weitere Fähigkeiten, diese müsst ihr jedoch selbst herausfinden. Wenn ihr jetzt noch einzelne Fragen zu der Geisteslehre habt, werft einen Blick in das folgende FAQ oder fragt einen Schreiber nach Rat. Dies ist generell eine gute Idee. Wir beißen nicht und helfen bei Unklarheiten gerne weiter. Unwissenheit schützt nämlich nicht vor Fail-RP!

Wenn ihr eine Geisteslehre Fähigkeit beantragen wollt, oder die Geisteslehre vielleicht selbst jemanden beibringen möchtet, werft einen Blick in folgenden Forumsbeitrag mit der entsprechender Vorlage.

Wir hoffen, dass wir euch das System der Geisteslehre etwas näher bringen konnten und wünschen euch viel Spaß im RP!