Bestiarium: Wirrfink (II)

Wirrfink

Schwierigkeit: Mittel

Darf von einem Spieler der 2 Wochen auf Aegorin gespielt hat ausgespielt werden.

Aussehen

Mit einem kleinen und rundlichen Körperbau wird diese Finkenart selten größer als 5-8cm. Sie haben einen großen markanten Schnabel, meist pechschwarz, und glänzendes schimmerndes Gefieder, welches je nach Lichteinfall mehrfarbig von dunkelblau bis dunkelgrün oder violett schimmern kann. Im Ursprung ist es meistens mit schwarzen Mustern versehen. Dieses Muster ist bei jedem Tier individuell gestaltet. Die Augen des Wirrfinks sind pechschwarz und absorbieren jede Art von Licht fast vollständig. Die Beine und Krallen dieses Vogels nehmen meist dunkle Grautöne an. Die Krallen sind zwar klein, dafür aber umso schärfer. 

Wesen

In ihrem Schwarm arbeiten die Vögel wie ein einziges funktionierendes Gehirn zusammen, fliegen eng beisammen in Kolonien und formen kleine Kunstwerke in den Lüften. Sollte sich jemand ihrem Revier nähern, scheuen sie sich auch nicht, in eben diesen Kolonien zu attackieren. Dabei nutzen sie sowohl Sturzflug-artige Angriffe in kleinen Wellen, bei denen sie lediglich ihre scheinbare Größe im Schwarm zur Abschreckung nutzen, da sie als Einzelner doch recht klein erscheinen, als auch ihre Rufe, welche einen besonderen Effekt auf die Eindringlinge haben. Sofern jedoch keiner versucht, sich in ihr Gebiet zu begeben, sind es friedliche Wesen, die sich gleichgültig zu jedem anderen Wesen lediglich um ihren eigenen Kram kümmern. Ihr Alltag besteht darin, einen Nistplatz zu bauen, die Jungvögel zu verpflegen und sich selbst Nahrung zu beschaffen. Ihre Handlungen spiegeln sich meistens in simplen Instinkthandlungen wider. Viele würden sie daher einfach als dümmlich bezeichnen, doch setzen sie sich dadurch erstaunlich gut durch. Beispielsweise sind die Schwarmflüge und das Angriffsverhalten fast vollständig koordiniert, so wirken Schwarmflüge aus der Ferne fast so, als wären die Wirrfinken ein einziges funktionierendes Organ in der Luft. Es gibt jedoch auch kleinere, simplere Handlungen. So lassen sie sich beispielsweise gerne von reflektierenden Gegenständen locken, um diese für den Nestbau zu verwenden. Daher kann man die Kolonien nicht selten schon von weitem bemerken. Im Sonnenlicht schimmern einem ihre hunderten Nester wie kleine Sterne durch Baumkronen oder Klippen entgegen. 

Lebensraum und Häufigkeit

Hauptsache weit oben nisten diese Vögel sowohl auf gigantischen Bäumen, als auch auf steilen Klippen oder Berghängen. Sie treten meistens in Kolonien zu hundert Vögeln auf, wirklich häufig sind diese Kolonien jedoch nicht anzutreffen. Durch das stark ausgeprägte Territorialverhalten dieser Vögel, treffen selten zwei Gruppen zu nah aufeinander. Sie bevorzugen ruhige, verlassene Gegenden, um ihre Nester weit oben zu bauen. Die Nester selbst sind meist dicht beieinander und kugelförmig, wodurch der Nachwuchs, aufgrund der manchmal launenhaften Wind- und Wetterverhältnisse, nahe mancher Klippen oder Berge besser geschützt ist. Dadurch findet die Brut in den Kolonien, welche bis zu 150 Tiere umfassen können, auch ganzjährig statt. Da sich Wirrfinke selten aus ihrer Kolonie begeben, um eine eigene zu gründen, sind Kolonien dafür eher selten. 

Nahrung

Wirrfinken fressen alles, was ihnen in den Schnabel passt. Nüsse, Beeren, Früchte oder kleine Fliegen, Regenwürmer oder Schnecken. Die Vögel sind nicht sonderlich wählerisch. Eine Delikatesse hat es ihnen jedoch angetan. Heuschrecken scheinen diesem Vogel besonders zu schmecken. Wellenförmig kann man sie über Felder kreisen sehen, wie sie die Heuschrecken aufschrecken und im Sprung blitzschnell zuschnappen. Viele Bauern schätzen daher die Anwesenheit der sonst so unliebsam gesehenen Vögel bei ihren Feldern. Man sollte jedoch vorsichtig sein. Fast schon instinktiv schnappen die Vögel sich alles, was ruckartig im Parabelbogen aus dem Gras springt. Manche Kinder machen sich einen Spaß daraus, diesen Vögeln kleine Kiesel entgegen zu werfen, welche die Tiere schließlich verschlucken und später daran sterben. 

Besonderheiten

Wirrfinken sind sowohl beliebte, als auch sehr gefürchtete Wesen. Das liegt vor allem an ihren Rufen. Die Rufe eines Wirrfinken hören sich für jeden Hörer individuell anders an, niemand hört je exakt das selbe, wenn er sich einem dieser Tiere nähert. Die Intention dieser Laute ist jedoch meist die gleiche. Bei Wirrfinken unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten der Rufe. Zum einen wäre da der Lockruf, auch Balzruf genannt, welcher oft von männlichen Wirrfinken im Frühjahr verwendet wird, um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Dieser Ruf ist etwas leiser und feiner, jedoch kann man ihn dennoch auf hunderte Meter Entfernung bereits hören. Sollte dieser Ruf auf die Ohren eines Wesens einer anderen Art treffen, so hört dieses Wesen den Ruf als etwas, das es am meisten begehrt. Es ist zumeist etwas Angenehmes, Schönes, das den Hörer in die Richtung des Wirrfinken lockt. Ein Mann, der seine Liebste beispielsweise immer an einem Wasserfall traf, wird nun entweder rauschendes Wasser oder die liebliche Stimme seiner Liebsten hören. Je nachdem, was er von beidem eher begehrte. Folgt man nun jedoch leichtsinnigerweise diesen Rufen, betritt man unwillkürlich das Territorium der Wirrfinken. Hier trifft man meistens, sobald man von diesen bemerkt wird, gleich auf die zweite Art von Rufen. Der Warnruf oder auch Schreckruf. Dieser Ruf ist meist deutlich lauter und energischer als der Balzruf und wird nicht selten von mehreren Wesen unabhängig des Geschlechts gleichzeitig benutzt, weshalb eine Richtung, aus der dieser Ruf kommt, nicht mehr auszumachen ist. Es wirkt fast so, als käme er von überall her. Der Warnruf ist das genaue Gegenteil des Lockrufs. Er hört sich individuell für jede Person nach dem an, was diese am meisten fürchtet. Eine Frau, die zum Beispiel Angst vor Feuer hat, hört es überall gefährlich knistern und lodern. Die einzige Möglichkeit, diesen qualvollen Rufen zu entkommen, ist die Flucht. Entfernt man sich wieder aus dem Territorium der Wirrfinken, verklingen diese Rufe auch schon wieder. Man sagt sich jedoch, dass schon so manche, die das Gebiet einer Wirrfinkkolonie betraten, nie wieder dieselben waren, nachdem sie zurückgekehrt waren

Zähmbarkeit

Wirklich zähmbar sind diese Vögel nicht. Sie bleiben ihr Leben lang scheu und wild. Man könnte sagen, sie wären zu dumm, um kleine Tricks und Spielereien zu lernen, jedoch tut man diesen Vögeln damit Unrecht. Sie haben schlichtweg keine Lust auf Menschen zu hören, sich ihnen unterzuordnen oder für kleine Tricks ihr Futter einzufordern. Wieso sollten sie? Es spricht gänzlich gegen ihre Natur. Natürlich gibt es dennoch so manche, die über diese scheue Art der Vögel hinwegsehen und sich welche in Volieren oder Käfigen halten. Schnell sollten diese jedoch feststellen, dass das alles andere als eine gute Idee war. Diese Vögel brauchen sowohl einiges an Platz, als auch ihre Kolonie. Gefangen in der Isolation leben Wirrfinken nicht nur gerade mal halb so lange, sondern entwickeln auch sehr schnell manche Verhaltensstörungen, die dem Besitzer missfallen könnten. Ohne Balz Partner und Territorium haben sie keine Möglichkeit, ihre Rufe einer Situation zuzuordnen. So fallen meist Balz- und Schreckrufe nicht nur wild durcheinander, sondern vermischen sich auch regelrecht miteinander. So hat unser Liebhaber am Wasserfall nun panische Angst vor einem Unwetter. So hört er bei einem Wirrfink mit Verhaltensstörung nicht nur kontextlos das Eine oder Andere. Manchmal hört er, während seine Liebste für ihn singt, ein tiefes Donnergrollen. 

Geschichten und Mythen

Für neue Map relevant

Geschrieben von Padfoot_P

Updated on 27. November 2022